

Ich erinnere mich nur zu gut an die Momente, in denen ich mich als Kind verloren gefühlt habe – verloren in einer Welt, die hätte spannend sein können, wenn sie mir nicht so große Ängste eingeflößt hätte. Ängste, weil mir eine sichere Verbindung zum Leben fehlte.
Ich wollte lernen und die Welt erforschen. Ich war neugierig und interessiert daran, wie das alles mit dem Leben funktioniert. Doch wie kann ein Kind sich in einer Welt zurechtfinden, die eher überfordernd als freudvoll ist?
Ich habe Muster entwickelt, die es mir ermöglichten, mich mehr oder weniger zurechtzufinden – ohne wirkliche Orientierung. Die Ecken und Kanten des Lebens rieben an meinen Strukturen, und der unausweichliche Schmerz weckte die Sehnsucht, bessere Bedingungen zu schaffen. Es war nicht nur diese Sehnsucht, die mich durch schwierige Zeiten trug und immer wieder Kräfte mobilisierte, um vermeintliche Unzulänglichkeiten zu überwinden. Es war mehr noch ein Spüren, dass es da mehr gibt – dass das nicht alles sein kann, was ein Leben ausmacht.
Ich wollte verstehen, Halt finden und Freude haben. Ich wollte herausfinden, was hinter allen Äußerlichkeiten steckt. So schenkte mir das Leben Situationen, durch die ich lernen durfte und immer wacher wurde für die feinen Nuancen, die zwischen den Zeilen schwingen. Vor allem durfte ich erfahren, was Verbindung bedeutet und wie wichtig sie ist.
Ein sehr wichtiger Ort dafür war und ist die Natur. Mit immer neuer Bewunderung und Staunen für diese besondere Welt habe ich hier viel über Kräfte erfahren, die stets nach Ausgleich und Ganzheit streben.
Wichtige Lehrer auf diesem Weg sind nicht nur die Pflanzen, sondern vor allem auch die Pferde, die schon immer eine besondere Faszination in mir ausgelöst haben. Sie drücken für mich Lebendigkeit, Harmonie und Freiheit aus – im Grunde das, wonach die Menschheit strebt.
Mit diesem Vorbild habe ich immer mehr Abzweige vom konventionellen Weg genommen und bin Pfade gegangen, die mich in Kontakt brachten mit der ayurvedischen Lehre, Yoga, den energetischen Heilarbeiten, Psychologie, Traumatherapie und nervensystemischen Ansätzen. Den yogischen Weg habe ich weiter ausgebaut und in Verbindung gebracht mit der Strukturellen Körpertherapie, der Craniosacralen Therapie, dem energetischen Heilen, QiGong, Psychologischer Lebensberatung und Compassionate Inquiry.
Es gibt den Spruch: "Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße" – und so hat sich mit jedem Schritt ein neues Stück Weg aufgetan, das mir mehr und mehr Heil-Sein, Verstehen für die Welt und für das Leid anderer geschenkt hat.
Das Wunderbare: Es ist kein abgeschlossener Prozess – nicht, dass ein Ende in Sicht wäre oder es keine herausfordernden Situationen mehr gäbe. Heilung ist ein kontinuierlicher Prozess. Aber mittlerweile ist Vertrauen da: in mich und das Leben. Das lässt mich dem Leben bejahend und mit Präsenz begegnen und öffnet mich immer wieder für neue Erkenntnisse, die mich wachsen lassen. Denn das Leben ist Wachstum und kontinuierliche Veränderung.
So hat sich durch alle Erfahrungen und Prozesse eine Aufgabe gezeigt: Menschen auf ihrem Weg zu begleiten. Menschen in ihre Kraft, Stärke und das Erkennen ihres Potenzials zu führen. Ich bin unendlich dankbar für alle Situationen und Begegnungen, die mein Bewusstsein für die Magie und Tiefen des Lebens geschult haben.
"Unser Leben wird vom Licht erhellt.
Alles was geschieht, dient unserem Wohl.
Jeder den wir treffen, ob gut oder schlecht,
wird unser Lehrer.
Jeder den wir treffen, ob klug oder dumm,
wird unser Schüler.
Wenn wir wählen und aussuchen, lernen wir nie.
Nicht mehr wählen und aussuchen, das ist das große Geheimnis des Lebens."
(Kap. 27 Tao te King, Laotse)

sich für einen inneren Prozess zu öffnen.
Es ist ein Eintauchen in die Schattenseiten des Lebens um das aufdecken zu können, was nicht mehr in den altbekannten Strukturen funktionieren möchte.
Es ist die Hinwendung zu unserem eigentlichen Wesen, das trotz Konditionierungen immer da ist.
Für mich ist "Heilung" ein magischer Weg, der durch Präsenz mit dem was Ist, Kräfte aktiviert, die an grössere ordnende Strukturen anbinden.
In einer konsumorientierten Gesellschaft ist es naheliegend, jemanden oder etwas damit zu beauftragen etwas zu tun, damit ein unangenehmer Zustand beendet wird. Dabei geht einer der wichtigsten Vorraussetzungen für ein Heil-Werden verloren: die aktive Beteiligung am Prozess.
Deshalb möchte ich ermutigen, statt auf ein bestimmtes Endergebnis zu fokussieren, sich für einen Prozess zu öffnen, der das Kostbarste überhaupt enthüllt: uns selbst.
Heilung ist weitaus mehr als das Bestreben, sich besser zu fühlen.
Wirkliche Wandlung kann dann eine Chance bekommen, wenn Mittel und
Techniken nicht genutzt werden um sich besser zu fühlen, sondern wenn die Orte von
Versehrtheit mit ganz viel Achtsamkeit und Unterstützung aufgesucht werden.
Annahme und Wertschätzung für den eigenen Weg und die eigene Lebensgeschichte
nimmt dem Unterdrückten den Schrecken.
Dysfunktionale und traumatische Muster die sich über ein Leben lang aufgebaut und
verhärtet haben, verändern sich in einem organischen Prozess und befreien ureigene
Kraft und inneliegendes Potential.
Für mich ist Heilung ein Weg des Vertrauens.
Dem tiefen Wissen, dass es ordnende Kräfte gibt, die dann aktiv werden, wenn wenn sie einen geschützten Raum bekommen.
Dabei liegt der Fokus auf dem Heilsamen anstatt auf der Dysbalance. Eine kraftvolle Selbstregulation, kann sich ihren ganz eigenen Weg bahnen und zu neuer Freiheit und Lebensfreude führen.
Es braucht ein achtsames Annehmen dessen, was sich zeigt, damit ein heilsamer Rahmen entsteht.
Es braucht Präsenz, sich dem, was nicht heil ist, anzunähern.
Das Leben möchte, dass wir “heil” sind, dass wir unser Potential leben können in der Freude, wer wir sind.
Das Leben stellt die Kräfte zur Verfügung, die notwendig sind, damit heilsame Bewegungen geschehen.
Mein Leben und meine Arbeiten sind dem Thema “Heilung” gewidmet, dh. dem Begleiten von Menschen, die sich neu ausrichten und sich für ein sinnerfülltes Leben öffnen möchten.
Ich freue mich, wenn ich meine Arbeiten teilen und ermutigen kann, diesen Weg zu gehen.
„Heilung ist das Umarmen dessen, was man am meisten fürchtet; Heilung ist das Öffnen dessen, was verschlossen war, das Weichwerden dessen, was zur Blockade verhärtet war. Heilung besteht darin, zu lernen, (und) dem Leben zu vertrauen.“ Jeanne Achterberg


